Turnfahrt 2019

Es war einmal vor kurzer Zeit eine Turnerschar, die mit Sack und Pack in aller morgendlicher Ruhe zusammentraf und sich für ein gemeinsames Weekend rüstete, in voller Ungewissheit wohin des Weges. Einzig die Rudelführerin wusste genau, wie der Plan aussah. So lotste sie ihre 14 Gefährten in den Kanton Bern. Kurzerhand sassen alle in der romantisch angehauchten Reichenbachfallbahn. In gemütlichem Tempo wurde man bis zur Endstation Zwirgi kutschiert, wo man, von leicht feucht-kühlem Sprühregen empfangen, den Reichenbachfall bestaunen konnte. Dieser zog die Truppe für eine kurze Weile in seinen Bann, ehe sie sich dem ersten kurzen Aufstieg widmeten. Ein paar Treppenstufen und wenige Höhenmeter später erreichte das Rudel auch schon die erste Destination des heutigen Tages: Ein kleines, aber feines Restaurant mit bezaubernder Aussicht auf eine eindrückliche Bergkette und das darunter liegende Tal. Schnell deckte man auf, weshalb die Rudelführerin ihre Gefährten mit leerem Magen hatte antraben lassen und einen Zwischenstopp auf der Hinfahrt stur verweigert hatte: Ein reich bestücktes Morgenbüffet wartete bereits darauf, von uns verkostet zu werden. Ob selbstgemachtes Müesli, Brot mit Aufschnitt, Käsesorten aller Art, Rösti oder Spiegelei mit Speck… Jeder kam auf seine Kosten. Ein leckeres Glas Spumante rundete diese Geschichte ab. So sehr dieser gemütliche Aufenthalt und die vielen Köstlichkeiten auch zu längerem Verweilen lockten, scheuchte die Gruppenchefin ihre Truppe wieder ins Freie an die herrlich strahlende Sonne, die bereits für warmes Klima sorgte. Danke, lieber Petrus! Gestärkt und munter wagte man sich an den weiteren Aufstieg, der sich, entgegen den Erinnerungen der Rudelführerin, doch noch etwas mehr in die länge zog und allesamt kurzfristig ins Schwitzen brachte. Wir wurden jedoch belohnt mit einer atemberaubenden Kulisse aus beeindruckenden Schweizer-Alpen, weitläufigen und grünen Wiesenlandschaften durchzogen von einem harmonisch plätschernden Fluss. Gelegentlich durfte sich die Herde auch mit einem wundersamen Zaubertrank aus flüssigem Weizen oder Traubensaft stärken. So nahte auch schon der zweite Höhepunkt des ersten Tages. Nun hiess es, ran an den Berg. Im wortwörtlichen Sinne, denn wir durften uns von einem alt eingesessenen Bergführer einen Rund 45 Meter hohen Felshügel abseilen lassen. So mancher musste hierfür seinen Mut zusammennehmen und über seinen Schatten springen. Doch jeder einzelne landete schlussendlich wieder gesund und unbeschadet (abgesehen von ein paar Kratzern) auf beiden Beinen auf dem sicheren Boden. Nach dieser Nervenaufreibenden Tour musste erst noch ein grosser Schluck Zaubertrank her, bevor sich das Rudel an das letzte Stück bergauf Richtung Unterkunft machte. In der langsam untergehenden Sonne erreichte man dann endlich die angepeilte SAC-Hütte, von der man fantastische Aussicht auf nahgelegene Berge geniessen konnte, dazu die für Alpen typische Ruhe. Nur wir und die Natur. Herrlich! Man genoss in gemütlichem Beisammensein einen wohlverdienten Apéro in der angenehmen Abendwärme der Sonne, bis diese hinter den Bergspitzen verschwand und uns in das Innere scheuchte. Nach leckerem Abendessen liessen wir den Abend entspannt ausklingen. Ob Kartenspiele oder munteres Austauschen von witzigen Anekdoten, wir genossen die Gesellschaft bis in die späten Abendstunden.

Das Morgenlicht und vor allem der Schrille Alarm des Weckers sorgte für rasante Morgenwache am Sonntag. Zum Erstaunen der Rudelführerin traf man sich in kürzester Zeit am Frühstückstisch wieder, ganz ohne zusätzlicher Peitschenhiebe, um die Gefährten endlich aus dem Bett zu treiben. Ihr gefiel es. Schon bald machte man sich denn auch schon wieder auf Richtung Tal. Dieses mal jedoch mit Bus, was, wie sich herausstellte, nicht gerade einfach war an diesem Tag. Wohl einem Hoffest irgendwo in der Nähe zu verdanken, wurde unser Buschauffeur konstant mit Ausweichmanövern gefordert, um uns entgegenfahrenden Autos nicht den Abhang hinunter zu drängen. Keine einfache Übung. Wir jedoch waren unterhalten und freuten uns über jedes Bushorn, das erklang. Nach der wohl spannendsten Busfahrt aller Zeiten verschlug es uns in die schöne Stadt Brienz. Es folgte der Abschluss des Weekends. Nach einer kurzen Führung durch das Museum der Holzschnitzerei (faszinierend, all diese Details!) galt es, unsere eigenen künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wir fertigten unsere eigene, berühmte Trauffer-Holzkuh an. Spannend waren die Endergebnisse. Ob eher robust und stämmig oder doch sanft und filigran; Es gab eine bunt gemischte Kuhherde. Im Grunde exakt uns entsprechend…;). Zufrieden mit den eigenen Werken gab es zum Abschluss und wohl auch zur Belohnung nebst leckerem Käseplättli mit Weisswein auch noch ein Diplom der Holzschnitzerei.

Nun denn, mit einer neuen Holzkuh sowie vieler neuer Eindrücke und Erinnerungen im Rucksack war es auch schon wieder Zeit. Die Rudelführerin führte ihre Herde sicher zurück in das Heimatdorf, wo sie ihre Gefährten wieder in die Freiheit entliess. — Gioia Strebel —

Herzlichen Dank an Ines und Gioia für die Organisation!

1 Antwort

  1. Oso sagt:

    Das war eine tolle Turnfahrt! Danke Ines und Gioia

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